Fake News in deutschen Wahlkämpfen? Gibt’s das wirklich? Die Antwort ist eindeutig: Ja.

Sowohl im Landtagswahlkampf NRW im Mai 2017, als auch zum Bundestagswahlkampf im September verbreitete die Seite „Greenwatch“ nicht nur sehr harte Angriffe auf die Grünen, sondern teilweise auch Fake News.

Die Beiträge wurden häufig mit professionellen Videos ergänzt, die in sozialen Netzwerken eine größere Reichweite erzielen als reine Postings mit Text. Doch damit nicht genug: Häufig wurden die Beiträge auch beworben, d.h. an mehr Menschen ausgespielt. Und das kostete Geld – nicht zu wenig.

Doch wer steckt dahinter und zahlt Geld dafür, den Grünen zu schaden? Das ist auch heute noch unklar. Das Recherche-Netzwerk des NDR, das Medienmagazin ZAPP und die Süddeutsche Zeitung gehen der Sache und berichten auch darüber, was Facebook alles (nicht) tat, um die anonyme Propaganda im deutschen Wahlkampf zu unterbinden:

„Der Fall steht für eine Form anonymer digitaler Propaganda, mit der unbekannte Akteure billig, anonym und global in Wahlkämpfe eingreifen können. Möglich wird sie, weil die Anzeigensysteme sozialer Netzwerke wie Facebook für praktisch jeden offen zugänglich sind – und dabei äußerst intransparent.“
Süddeutsche Zeitung

Die Seiten sind mittlerweile gelöscht, die Adressen im Impressum nicht korrekt. Ob man jemals herausfinden wird, wer dahinter steckt? Fraglich.

Dem Team des NDR stand ich während ihrer Recherche als Quelle zur Verfügung, da ich den Vorgang während des Landtagswahlkampfes auf Grüner Seite federführend betreut und dokumentiert habe.

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